
Pentixapharm sammelt 20,4 Mio. Euro für Phase III bei Nierendiagnostik ein
Die Berliner Pentixapharm Holding AG hat ihre Anfang Juli angekündigte Kapitalerhöhung erfolgreich abgeschlossen und dabei Bruttoerlöse von rund 20,4 Mio. Euro erzielt. Sämtliche 11,02 Millionen neuen Aktien wurden zum Ausgabepreis von 1,85 Euro platziert, gut 82% bei Anlegern über das Bezugsangebot, die restlichen Aktienbezugsrechte bei institutionellen Anlegern sowie beim Hauptaktionär Andreas Eckert, der seine Bezugsrechte voll ausschöpfte.
Neues Geld für die Diagnostikentwicklung und ein Puffer für die ergänzende Entwicklung einer Radioligandentherapie: Die Berliner Pentixapharm Holding AG hat ihre Anfang Juli angekündigte Kapitalerhöhung erfolgreich abgeschlossen und dabei Bruttoerlöse von rund 20,4 Mio. Euro erzielt. Sämtliche 11,02 Millionen neuen Aktien wurden zum Ausgabepreis von 1,85 Euro platziert, nachdem sowohl das Bezugsangebot als auch die anschließende Privatplatzierung auf reges Interesse gestoßen waren. Nach Abzug der Transaktionskosten rechnet das Unternehmen mit einem Nettoerlös von rund 19,7 Mio. Euro.
Das frische Kapital soll vor allem die zulassungsrelevante Phase III-Studie PANDA finanzieren. Sie untersucht den PET-Tracer [^68Ga]Ga-PentixaFor bei Patienten mit primärem Hyperaldosteronismus. Ziel ist es, mithilfe einer nicht-invasiven PET/CT-Diagnostik jene Patienten zu identifizieren, die von einer operativen Entfernung der Nebenniere profitieren, und sie von Patienten zu unterscheiden, bei denen eine medikamentöse Therapie die bessere Option ist.
Grünes Licht von der FDA
Rückenwind erhielt das Programm zuletzt von der US-Arzneimittelbehörde FDA. Im Juni meldete Pentixapharm die Freigabe zum Start der US-Phase-III-Studie („Study May Proceed“), im Juli folgte die Fast-Track-Designation für den diagnostischen Einsatz von PentixaFor bei primärem Hyperaldosteronismus. Nach Angaben des Unternehmens soll die PANDA-Studie noch im zweiten Halbjahr 2026 beginnen.
Neben der klinischen Entwicklung will Pentixapharm die Mittel für den Ausbau seiner US-Aktivitäten, die Vorbereitung einer späteren Kommerzialisierung sowie für die Weiterentwicklung seiner CXCR4-basierten Theranostik-Plattform einsetzen. Dazu gehört auch PentixaTher, der therapeutische Radioligand des Unternehmens für hämatologisch-onkologische Indikationen.
Die ursprüngliche Forschung rings um den Chemokinrezeptor CXCR4 und dessen Botenstoff CXCL12 (der auch Stromal cell-derived factor 1/SDF-1 heißt und die Wanderung von Zellen steuert) begann vor über einem Jahrzehnt an der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) unter Prof. Christian Weber. Die Nutzung des Rezeptors als Zielmolekül für isotopen-abhängige Bildgebung und Therapie wurde dann am Universitätsklinikum Würzburg weiterentwickelt, hierbei entstand die Zusammenarbeit mit Pentixapharm, die später die Grundlage für deren Gang an die Frankfurter Börse legte.
Radioliganden gewinnen an Dynamik
Die Finanzierung erfolgt in einem Marktumfeld, in dem Radiopharmazeutika und Radioligandentherapien zu den dynamischsten Segmenten der Onkologie zählen. Anders als klassische Krebsmedikamente kombinieren Theranostik-Konzepte einen diagnostischen Radiotracer mit einem therapeutischen Radioliganden, die beide dasselbe molekulare Ziel ansteuern. So lässt sich zunächst per Bildgebung feststellen, ob ein Patient für die Behandlung geeignet ist, bevor anschließend der therapeutische Wirkstoff gezielt radioaktive Strahlung an den Tumor bringt.
Spätestens seit den Milliardeninvestitionen von Novartis in Pluvicto und Lutathera sowie zahlreichen Übernahmen und Kooperationen in diesem Bereich ist das Interesse der Pharmaindustrie stark gestiegen. Neben etablierten Zielstrukturen wie PSMA oder Somatostatin-Rezeptoren rückt dabei zunehmend auch CXCR4 in den Fokus. Der Rezeptor spielt bei verschiedenen hämatologischen Erkrankungen und soliden Tumoren eine wichtige Rolle und gilt als vielversprechendes Ziel für diagnostische und therapeutische Radioliganden.
Nicht immer sind die Ansätze erfolgreich. So hat Novartis gerade die Entwicklung des GRPR-gerichteten Radioliganden Lu-NeoB eingestellt. Frühe klinische Daten überzeugten den Konzern nicht, sodass das Programm nach Phase I/II nicht weiterverfolgt wird. Sicherheitsbedenken seien nicht ausschlaggebend gewesen. Novartis betont zugleich, weiterhin auf Radioligandentherapien als strategisches Wachstumsfeld in der Onkologie zu setzen.
Mit der abgeschlossenen Finanzierung sieht sich Pentixapharm nun in der Lage, sowohl die späte klinische Entwicklung von PentixaFor als auch die Weiterentwicklung seiner therapeutischen Programme voranzutreiben und zugleich seine Position für mögliche Partnerschaften, insbesondere in den USA, auszubauen.
Hauptaktionär Andreas Eckert kommentiert gegenüber |transkript.de: „Wenn Pentixapharm die Zulassung gelänge, wäre es eine fast perfekte Translation wie aus dem Lehrbuch: an der LMU patentiert, an der Uni Würzburg klinisch validiert, von deutschen Firmen aufgegriffen und – den Wermutstropfen kennen wir alle – zuerst im amerikanischen Markt zur Zulassung gebracht. Immerhin bliebe die Wertschöpfung hier.“

Heidelberg Pharma AG
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by the Society of Nuclear Medicine (Buck AK, Grigoleit GU, Kraus SK, Schirbel A, Heinsch M, Dreher N, Higuchi T, Lapa C, Hänscheid H, Samnick S, Einsele H, Serfling SE, Werner RA. C-X-C Motif Chemokine Receptor 4-Targeted Radioligand Therapy in Patients with Advanced T-Cell Lymphoma. J Nucl Med. 2022), Uniklinikum Würzburg